Marathonzeit berechnen – aus Halbmarathon oder 10 km

Laufzeit-Prognose für Marathon, Halbmarathon und 10 km

Halbmarathon in 1:45:00 ergibt im Marathon 3:37:50 bis 3:43:08 – je nach Formel. Mit Garmin-Abgleich und Tipp für den Startblock.

Dein Wettkampf
:
:
Prognose für
Marathon-Prognose verfeinern

Mit deinen durchschnittlichen Wochenkilometern kommt bei Marathon-Prognosen eine vierte Zeile hinzu – angelehnt an Vickers & Vertosick (2016) und als einziges Modell im Rechner mit deinem Trainingsumfang.

Wettkampfbedingungen (optional)

Passe die Prognose an Wetter und Streckenprofil an.

So berechnest du deine Laufzeit-Prognose

  1. Wettkampfzeit eingeben

    Tippe auf 5K, 10K, Halbmarathon oder Marathon oder gib eine eigene Distanz in km ein, dann Stunden, Minuten und Sekunden. Nimm eine Zeit, die du wirklich gelaufen bist – am besten aus den letzten 8 bis 12 Wochen.

  2. Zieldistanz wählen

    Wähle die Distanz, für die du die Prognose willst. Riegel, Cameron und Daniels rechnen gleichzeitig. Der Umschalter „Umgekehrt: nötige Zeit berechnen“ dreht die Frage um: Welche Zeit brauchst du auf der kürzeren Strecke für deine Zielzeit?

  3. Optional: Wochenkilometer und Bedingungen

    Mit deinen Wochenkilometern kommt bei Zieldistanzen ab 42 km eine vierte Prognose hinzu. Temperaturen über 10 °C und Höhenmeter verlängern alle Prognosen um einen Aufschlag. Mit einer zweiten Wettkampfzeit berechnet der Rechner deinen persönlichen Ermüdungsfaktor.

  4. Spanne lesen

    Die Tabelle zeigt jedes Modell mit Endzeit und Pace pro km, „Empfohlen“ ist der Mittelwert. Der Balken darüber zeigt die Spanne, das Signal darunter, wie verlässlich die Prognose für dein Distanzverhältnis ist.

So funktioniert die Prognose – und was die Verlässlichkeit bedeutet

Du gibst eine Zeit ein, die du wirklich gelaufen bist, und eine Zieldistanz. Der Rechner setzt sie in drei Modelle ein und zeigt jede Prognose mit Endzeit und Pace pro Kilometer. Beispiel: 10 km in 50:00 ergeben im Marathon 3:49:34 (Daniels), 3:50:01 (Riegel) und 3:54:16 (Cameron), im Mittel 3:51:17 – das entspricht 5:29 min/km.

Unter der Tabelle bewertet ein Signal, wie weit du hochrechnest. Maßgeblich ist das Verhältnis von Ziel- zu Wettkampfdistanz: bis zum 1,25-Fachen hoch, bis zum 2,5-Fachen gut, bis zum 5-Fachen mittel, darüber gering. Vom Halbmarathon zum Marathon (2-fach) ist die Verlässlichkeit gut, von 10 km (4,2-fach) mittel, von 5 km (8,4-fach) gering. Deshalb gilt: Nimm die Wettkampfzeit, die deiner Zieldistanz am nächsten liegt.

Zusätzlich zeigt der Rechner deinen VDOT, den Leistungsindex von Jack Daniels: eine aus der Wettkampfzeit geschätzte, wirksame VO2max (10 km in 50:00 ergeben VDOT 40,0). Steigt er von Wettkampf zu Wettkampf, wirkt dein Training. Wo deine VO2max im Altersvergleich steht, zeigt der VO2max-Rechner.

Die Pace pro Kilometer steht schon in der Tabelle. Willst du stattdessen wissen, welche Pace eine selbst gewählte Zielzeit verlangt, rechnet das der Pace-Rechner.

Riegel, Cameron, Daniels: drei Formeln, drei Annahmen

Riegel (1981)

Peter Riegel beschrieb Rekordzeiten mit einer Potenzformel: T2 = T1 × (D2 / D1)^k. Für Weltklasseläufer lag k bei etwa 1,08, für männliche Freizeitläufer zwischen 40 und 70 Jahren bei 1,05 bis 1,06. Dieser Rechner verwendet den gebräuchlichen Wert 1,06. Das heißt: Verdoppelst du die Distanz, brauchst du nicht doppelt so lange, sondern knapp 2,09-mal so lange.

Hast du zwei aktuelle Wettkampfzeiten, gib die zweite über „Zweiten Wettkampf hinzufügen“ ein. Der Rechner bestimmt daraus deinen persönlichen Exponenten und setzt ihn statt 1,06 ein; Werte außerhalb von 0,9 bis 1,25 verwirft er. Beispiel: 10 km in 50:00 und Halbmarathon in 1:48:00 ergeben 1,03 (Ausdauertyp) – die Riegel-Prognose für den Marathon sinkt damit von 3:50:01 auf 3:40:46.

Cameron (1999)

David Cameron rechnet statt mit einem festen Exponenten mit einem Faktor, der von der Distanz abhängt: a = 13,49681 − 0,000030363 × d + 835,7114 / d^0,7905 (d in Metern), daraus T2 = T1 × (D2 / D1) × a1 / a2. Für den Marathon ist Cameron in diesem Rechner das vorsichtigste der drei Modelle.

Daniels und Gilbert (VDOT, 1979)

Jack Daniels und Jimmy Gilbert rechnen über die Physiologie. Eine Formel schätzt den Sauerstoffbedarf bei deinem Tempo, eine zweite, welchen Anteil deiner VO2max du über die Wettkampfdauer halten kannst: nach dieser Formel rund 100 % für 11 Minuten, 89 % für eine Stunde, knapp 82 % für drei Stunden. Aus beidem folgt der VDOT; für die Zieldistanz sucht der Rechner die Zeit, die denselben VDOT ergibt.

Wochenkilometer: Vickers & Vertosick (2016)

Vickers und Vertosick werteten eine Online-Befragung von 2.303 Freizeitläufern aus. Die Riegel-Formel war bis zum Halbmarathon gut kalibriert, unterschätzte die Marathonzeit aber deutlich: Für die Hälfte der Läufer war sie mindestens 10 Minuten zu schnell. Ein eigenes Modell der beiden Autoren, das zu einer Wettkampfzeit auch die Wochenkilometer nutzt, lag deutlich näher an den echten Marathonzeiten (Fehlermaß der Studie: 381 bei Riegel – dort mit k = 1,07 gerechnet –, 228 beim neuen Modell).

Die vierte Zeile dieses Rechners ist eine Näherung an diesen Ansatz, nicht die Originalformel der Studie. Angezeigt wird sie nur, wenn du Wochenkilometer eingibst und die Zieldistanz mindestens 42 km beträgt. Aus 1:45:00 im Halbmarathon werden bei 30 km pro Woche 3:49:57, bei 50 km 3:44:52; erst ab etwa 75 km pro Woche erreicht sie Riegel (3:38:55).

Damit die Prognose passt: Wettkampfzeit, Hitze, Höhenmeter

Echte Wettkampfzeit statt Schätzung. Die Modelle rechnen mit einer Zeit, die du wirklich gelaufen bist – am besten aus den letzten 8 bis 12 Wochen. Ein Wettkampf auf einer schweren Strecke oder bei Hitze macht alle Prognosen zu langsam, einer mit Gefälle oder Rückenwind zu schnell.

Hitze einrechnen. Über 10 °C schlägt der Rechner auf alle Prognosen auf: bei 15 °C 2 %, bei 20 °C 5 %, bei 25 °C 10 %, bei 30 °C 16 %. Der Halbmarathon in 1:45:00 wird so bei 20 °C zu einer Marathon-Prognose von 3:50:57 statt 3:39:58 (jeweils „Empfohlen“). Trag die erwartete Temperatur am Wettkampftag ein, nicht die vom Trainingstag.

Höhenmeter einrechnen. Der Rechner verteilt den Anstieg auf die ganze Strecke: 300 Höhenmeter auf einem Marathon ergeben einen Aufschlag von 0,9 %, gut 2 Minuten; 200 Höhenmeter auf einem Halbmarathon 1,3 %. Für Strecken mit langen Anstiegen und Gefällen gibt es den Hill Race Adjuster (auf Englisch).

Mit der Spanne planen. Nimm „Empfohlen“ als Ziel und die langsamste Zeile als Reserve für einen schlechten Tag. Die schnellste Zeile ist die optimistischste Rechnung, kein Plan für die erste Hälfte.

Marathonzeit-Tabelle: vom Halbmarathon zum Marathon

Was bedeutet deine Halbmarathonzeit für die 42,195 km? Die Tabelle zeigt, was die drei Modelle dieses Rechners aus sechs Halbmarathonzeiten machen: die Riegel-Formel (1981), die Formel von David Cameron (1999) und das VDOT-System von Jack Daniels. „Empfohlen“ ist der Mittelwert der drei.

HalbmarathonRiegelCameronDanielsEmpfohlen
1:30:003:07:393:11:153:07:353:08:50
1:40:003:28:303:32:303:27:473:29:36
1:45:003:38:553:43:083:37:503:39:58
1:50:003:49:213:53:453:47:503:50:19
2:00:004:10:124:15:004:07:454:10:59
2:15:004:41:284:46:534:37:254:41:55

Für den Marathon liefert Cameron von den drei Grundmodellen immer die langsamste Prognose, Daniels meist die schnellste. Bei Halbmarathonzeiten von 1:30 bis 2:15 liegen zwischen schnellster und langsamster Zeile knapp 4 bis gut 9 Minuten – je langsamer der Halbmarathon, desto größer die Spanne.

Vom 10-km-Lauf zum Halbmarathon sind sich die Modelle dagegen fast einig:

10 kmHalbmarathon (Spanne)Empfohlen
40:001:28:11–1:28:331:28:20
45:001:39:13–1:39:441:39:25
50:001:50:14–1:50:521:50:28
55:002:01:16–2:01:562:01:31
1:00:002:12:17–2:12:572:12:32

Alle Werte stammen direkt aus diesem Rechner, auf die Sekunde gerundet und ohne Temperatur- oder Höhenmeteraufschlag. Gültig sind sie für Läufer, die für die Zieldistanz trainiert haben.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meine Marathonzeit aus dem Halbmarathon?

Setz deine Halbmarathonzeit in mehrere Modelle ein und plane mit der Spanne statt mit einer Zahl. Aus 1:55:00 im Halbmarathon werden 3:57:48 (Daniels), 3:59:46 (Riegel) und 4:04:23 (Cameron), im Mittel 4:00:39 – in diesem Beispiel also die doppelte Halbmarathonzeit plus knapp 8 bis gut 14 Minuten.

Vom Halbmarathon auf den Marathon verdoppelt sich die Distanz nur, deshalb stuft der Rechner diese Prognose als gut ein. Alle Modelle setzen aber voraus, dass du auch für die 42,195 km trainiert hast. In einer Studie mit Freizeitläufern lag die Riegel-Formel beim Marathon für die Hälfte der Läufer mindestens 10 Minuten zu schnell (Vickers & Vertosick 2016). Gib deshalb auch deine Wochenkilometer an: Bei wenig Umfang fällt die zusätzliche Prognose deutlich langsamer aus.

Ist die Laufzeit-Prognose meiner Garmin realistisch?

Mal ja, mal nein – und zwar in beide Richtungen. Ein Läufer berichtet von einer Garmin-Prognose von rund 52 Minuten für 10 km, während seine Bestzeit bei 59:20 lag. Ein anderer ist 5 km, 10 km und Halbmarathon deutlich schneller gelaufen, als seine Uhr vorhergesagt hatte, und die Prognose rührte sich trotzdem nicht.

Prüf die Uhr deshalb gegen eine echte Wettkampfzeit: Gib sie hier ein und vergleiche. Ist die Prognose der Uhr schneller als alle drei Modelle, plane mit „Empfohlen“ statt mit ihrer Zahl. Ist sie langsamer als das, was du tatsächlich gelaufen bist, zählt die gelaufene Zeit.

Welche Zeit gebe ich bei der Anmeldung für den Startblock an?

Die Zeit, die du realistisch laufen willst – nicht die schnellste Prognose. Fragt die Anmeldung nach einer voraussichtlichen Zielzeit, nimm die Zeile „Empfohlen“ oder, beim ersten Marathon, die langsamste der drei Zeilen. Bei 10 km in 55:00 sind das 4:14:06 beziehungsweise 4:17:41.

Ein zu schneller Startblock zieht dich auf den ersten Kilometern in ein Tempo, das nicht deins ist. Liegt die Anmeldung Monate vor dem Wettkampf, rechne kurz vorher mit einer neueren Wettkampfzeit nach und laufe nach der aktuellen Prognose, nicht nach der Zeit, die du bei der Anmeldung angegeben hast.

Welche Zeit brauche ich für einen Marathon unter 4 Stunden?

Rund 1:53 bis 1:56 im Halbmarathon, 51 bis 52 Minuten auf 10 km oder rund 25 Minuten auf 5 km. So rechnet der Umkehrmodus des Rechners für eine Zielzeit von 4:00:00:

  • Halbmarathon: 1:52:56 (Cameron) bis 1:56:06 (Daniels)
  • 10 km: 51:13 bis 52:22
  • 5 km: 24:35 bis 25:14

Andersherum ergeben 25:00 auf 5 km im Marathon 3:57:55 (Daniels), 3:59:47 (Riegel) und 4:03:59 (Cameron) – knapp an der Marke. Das gilt nur, wenn auch deine langen Läufe stimmen: Eine schnelle 5-km-Zeit zeigt deine Grundschnelligkeit, nicht, ob du 42 km durchhältst.

Wie berechne ich meine Halbmarathonzeit aus 10 km?

Gib deine 10-km-Zeit ein und wähle Halbmarathon als Ziel. Aus 48:00 werden 1:45:50 (Cameron), 1:45:54 (Riegel) und 1:46:25 (Daniels), im Mittel 1:46:03 – das sind 5:02 min/km.

Anders als beim Marathon sind sich die drei Modelle hier fast einig: Von 10 km auf den Halbmarathon liegen sie höchstens etwa eine Minute auseinander, vom Halbmarathon auf den Marathon dagegen knapp 4 bis gut 9 Minuten (bei Halbmarathonzeiten von 1:30 bis 2:15). Eine 10-km-Zeit ist deshalb die beste Grundlage, wenn du deinen ersten Halbmarathon planst.

Kann ich eine Trainingszeit statt einer Wettkampfzeit eingeben?

Ja, aber nur einen Lauf mit voller Wettkampfanstrengung. Ein lockerer Dauerlauf oder ein Tempodauerlauf ist keine Maximalleistung – die Prognose fällt dann zu langsam aus.

Besser eignet sich ein 5-km-Test auf der 400-m-Bahn (12,5 Runden) oder ein 10-km-Volkslauf, jeweils nach dem Einlaufen. Ein 5-km-Test taugt gut für eine Prognose über 10 km, weil sich die Distanz nur verdoppelt. Für den Marathon ist die Zieldistanz 8,4-mal so lang, und der Rechner stuft die Verlässlichkeit als gering ein.

Literatur 6 Quellen
  1. Riegel, P.S. (1981). Athletic Records and Human Endurance. American Scientist. PMID:7235349
  2. Daniels, J. (2014). Daniels' Running Formula, 3rd Edition. Human Kinetics.
  3. Daniels, J. & Gilbert, J. (1979). Oxygen Power: Performance Tables for Distance Runners. Self-published.
  4. Cameron, D. (1999). Prediction of Performance in Distance Running Events. Unpublished manuscript / online resource.
  5. Joyner, M.J. & Coyle, E.F. (2008). Endurance exercise performance: the physiology of champions. The Journal of Physiology. doi:10.1113/jphysiol.2007.143834
  6. Vickers, A.J. & Vertosick, E.A. (2016). An empirical study of race times in recreational endurance runners. BMC Sports Science, Medicine and Rehabilitation. doi:10.1186/s13102-016-0052-y